30 Jahre Jugendfeuerwehr Oberfranken: Nachwuchs, Teamgeist und Tradition
Sportlicher Ehrgeiz, feuerwehrtechnisches Wissen und eine gute Zusammenarbeit im Team prägten den 31. Bezirksjugendfeuerwehrtag in Bamberg. Insgesamt 39 Jugendfeuerwehrgruppen aus Oberfranken traten beim Bezirksjugendleistungsmarsch gegeneinander an und bewiesen auf einem rund fünf Kilometer langen Rundkurs rund um die Kongresshalle, was sie in ihrer Jugendfeuerwehr gelernt haben. Dabei waren nicht nur Fachwissen und Geschick gefragt, sondern auch Konzentration, eine gute Abstimmung innerhalb der Gruppe und die nötige Portion Glück.
An den verschiedenen Stationen mussten die Jugendlichen unter anderem einen doppelt gerollten C-Schlauch ausrollen, vier Saugschläuche kuppeln, vier verschiedene Feuerwehrknoten am Knotengestell vorführen und mit der Feuerwehrleine einen Zielwurf absolvieren. Auch das Anlegen eines Mastwurfs sowie theoretische Fragen gehörten zu den Aufgaben. Jede Station verlangte den Gruppen unterschiedliche Fähigkeiten ab, die am Ende über die Platzierung im Wettbewerb entschieden.
Wasserknoden holt den ersten Platz ohne Fehlerpunkte
Besonders erfolgreich verlief der Wettbewerb für die Jugendfeuerwehr Wasserknoden aus dem Landkreis Bayreuth. Mit sage und schreibe null Fehlerpunkten setzte sich die Mannschaft gegen die Konkurrenz aus ganz Oberfranken durch und erreichte den ersten Platz. Rang zwei belegte Oberhaid 1 aus dem Landkreis Bamberg, gefolgt von der Jugendfeuerwehr Tütschengereuth, ebenfalls aus dem Landkreis Bamberg.
Der Erfolg zeigt, wie wichtig die Vorbereitung auf einen solchen Wettbewerb ist. Die Jugendlichen müssen die feuerwehrtechnischen Handgriffe sicher beherrschen und diese auch unter Wettbewerbsbedingungen zuverlässig ausführen. Gleichzeitig kommt es darauf an, sich innerhalb der Gruppe aufeinander verlassen zu können und die Aufgaben gemeinsam zu bewältigen.
Innenminister würdigt die Bedeutung der Jugendarbeit
Bereits am Vormittag wurde der Bezirksjugendfeuerwehrtag durch den Besuch eines besonderen Gastes bereichert. Bayerns Innen- und Katastrophenschutzminister Joachim Herrmann hatte die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen und richtete ein Grußwort an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Dabei würdigte er die Bedeutung der Nachwuchsarbeit für die Zukunft der Feuerwehren.
„Eine starke Jugendarbeit ist der Schlüssel für die Zukunft unserer Feuerwehren“, betonte Herrmann. Der Bezirksjugendfeuerwehrtag zeige, wie Gemeinschaft, Begeisterung und sportlicher Wettbewerb junge Menschen für das Ehrenamt gewinnen und zusammenbringen können.
Der Innenminister hob zudem hervor, dass die Jugendfeuerwehren weit mehr vermitteln als feuerwehrtechnische Fertigkeiten. Verantwortung zu übernehmen, Teamgeist zu entwickeln und sich für andere einzusetzen, seien wichtige Erfahrungen, die junge Menschen aus ihrer Zeit in der Feuerwehr mitnehmen. Zugleich dankte er den Verantwortlichen und Betreuern für ihr Engagement für den Feuerwehrnachwuchs.
Auch bei der Siegerehrung am Nachmittag waren zahlreiche Ehrengäste anwesend. Dazu zählten Regierungsvizepräsident Thomas Engel, der stellvertretende Oberbürgermeister Jonas Glüsenkamp, der Bundestagsabgeordnete Thomas Silberhorn sowie die Landtagsabgeordnete Melanie Huml. Zahlreiche Kreis- und Stadtbrandräte begleiteten die Veranstaltung sowohl am Vormittag als auch am Nachmittag. Darüber hinaus waren zahlreiche Bürgermeister nach Bamberg gekommen, um gemeinsam mit den Jugendfeuerwehrgruppen aus ihren Gemeinden die Siegerehrung zu verfolgen.
30 Jahre Jugendfeuerwehr Oberfranken: Die Wurzeln liegen im Landkreis Bayreuth
Der Bezirksjugendfeuerwehrtag bot auch Anlass, auf drei Jahrzehnte koordinierte, gebündelte Jugendfeuerwehrarbeit in Oberfranken zurückzublicken. Am 11. Oktober 1996 fand in Altenplos im Landkreis Bayreuth die Gründungsversammlung der Jugendfeuerwehr Oberfranken statt. Damit wurde eine gemeinsame Grundlage für die Nachwuchsarbeit im gesamten Regierungsbezirk geschaffen.
Als erster Bezirksjugendfeuerwehrwart übernahm Jürgen Zimmermann die Verantwortung für die Jugendfeuerwehrarbeit in Oberfranken. Damals war er Stadtjugendfeuerwehrwart in Bayreuth und bereits weit vor der offiziellen Gründung als Koordinator für die Jugendfeuerwehren im Regierungsbezirk tätig. Unterstützt wurde er ab 1996 von seinen beiden Stellvertretern Rüdiger Lang und Norbert Holzheid.
Seit der Gründung bildet eine Bezirksjugendordnung die Grundlage für die koordinierte Arbeit auf Regierungsbezirksebene. Dass Zimmermann auch beim Jubiläum in Bamberg dabei war, schloss den Kreis zu den Anfängen. Als Gründungsmitglied ließ er es sich nicht nehmen, den 39 angetretenen Jugendgruppen die Urkunden zu überreichen.
Vor dem Start des Wettbewerbs blickten der Vorsitzende des Bezirksfeuerwehrverbandes Oberfranken, KBR Hermann Schreck, und Bezirksjugendfeuerwehrwart Alexander Wilhelm gemeinsam auf die Entwicklung der Jugendfeuerwehrarbeit in Oberfranken zurück. Neben dem 30-jährigen Bestehen der Bezirksjugendfeuerwehr gab es ein weiteres Jubiläum zu feiern. Die Stadt Bamberg blickte auf 55 Jahre Jugendfeuerwehr zurück und war zugleich Gastgeberin des diesjährigen Bezirksjugendfeuerwehrtags.
Nächster Bezirksjugendfeuerwehrtag in Selb
Der Bezirksjugendfeuerwehrtag machte einmal mehr deutlich, welchen Stellenwert die Jugendarbeit für die Feuerwehren hat. Wettbewerbe wie der Bezirksjugendleistungsmarsch bieten den Jugendlichen die Gelegenheit, ihr Wissen und Können unter Beweis zu stellen, Erfahrungen mit anderen Jugendfeuerwehren auszutauschen und als Mannschaft zusammenzuwachsen.
Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich im kommenden Jahr. Der 32. Bezirksjugendfeuerwehrtag findet im Landkreis Wunsiedel in Selb statt.
Fotos/ Text: KBM St. Bleuse